o. T. (woman . mother)
gips, leinen, farbe, bauschaum
2006
ca. 130 x 80 x 60 cm
o. T. woman . mother entstand als performativer Arbeitsprozess, in dem eine kniende weibliche Figur zunächst mit grobem Jute- bzw. sackleinenartigem Stoff bedeckt und anschließend mit Gips übergossen wurde. Der Vorgang dauerte etwa zwanzig Minuten. Danach wurde die darunter befindliche Person wieder befreit. Die entstehende Gipsform wurde im Anschluss mit Bauschaum stabilisiert und nach eingien Wochen mit in Farbe getauchten Farbschwämmen bearbeitet.
Die Haltung der Figur ist nicht als betende oder ritualisierte Geste zu lesen, sondern als eine eigene, in sich ruhende Körperposition am Boden. Sie entzieht sich eindeutigen kulturellen oder ikonografischen Zuschreibungen und bleibt in einem Zustand zwischen Bewegung und Stillstand.
Präsentiert wird die Arbeit unmittelbar auf dem Boden, ohne Sockel oder räumliche Erhöhung. Dadurch bleibt sie im gleichen Erfahrungsraum wie die Betrachtenden und entzieht sich einer distanzierten, musealen Setzung. Die Figur erscheint nicht als Objekt der Betrachtung von außen, sondern als Präsenz innerhalb des Raumes.
o. T. woman . mother untersucht die Schwelle zwischen Körper, Abformung und der Erfahrung von An- und Abwesenheit, in der der Körper kurzzeitig präsent ist und als materielle Spur zurückbleibt.